MEINUNG UND BERICHT: Nachrichtenarchiv

„Der rote Faden dieses Buchs ist die Fluchtgeschichte, aber mir geht es um viel mehr“

Milan Radin ist 1973 in Temeswar/Timișoara geboren. Er besuchte das Philologie-Geschichts-Lyzeum in seiner Heimatstadt, bis ihm 1989 die Flucht nach Österreich gelang. In seinem allerersten Roman, „Wir waren Niemand. Meine Flucht aus Rumänien“, der 2019 im Leykam-Buchverlag Graz erschienen ist, schildert er seine drei Fluchtversuche Richtung Westen: Der erste, gescheiterte Fluchtversuch ereignete sich 1987, über Ungarn. 1989 gelang der Familie...

[mehr]

Abfall: Immer noch nach Lösungen gesucht

Nach geeigneten Lösungen, um die Mülltrennung nach europäischen Normen durchzuführen, wird in der Stadt unter der Zinne immer noch gesucht. Doch das gelingt anscheinend nicht einmal nach „einheimischen“ Bestimmungen, wie bei einer Pressekonferenz Vertreter des Bürgermeisteramtes und der beiden Entsorgungsunternehmen „Comprest“ und „Brai Cata“ betonten, dabei aber mit Vorhaben und Maßnahmen aufwarteten, die im Stadtgebiet durchgeführt werden...

[mehr]

Verscharrte römische Bäder

Als im Sommer 2015 bei Aushubarbeiten für die Siedlungswasserwirtschaft mitten im Zentrum von Herkulesbad mehrere Badebecken römischer Bäder entdeckt und dann von den Archäologen des „Karansebescher Museums für Ethnologie und die Geschichte des Grenzregiments“ archäologisch untersucht wurden, hieß es in einer ersten Aufwallung von patriotischer Euphorie, das Kulturministerium werde dafür sorgen, dass die Artefakte mit begehbaren transparenten...

[mehr]

Nicht cocktailtauglich!

Vor einiger Zeit erhielt mein Mann eine Einladung zum Jubiläumsempfang des „Traveller Magazins“ der Zeitschrift „National Geographic“, mit der er jahrelang zusammengearbeitet hatte. Ich sollte ihn begleiten – ausnahmsweise „nur“ als Ehefrau. Es würde einfach ein festlicher Abend sein und wir freuten uns beide darauf. „Druck doch bitte die Einladung aus“, rief mich mein Göttergatte am Tag davor in der Redaktion an. Aber – oh Schreck! Was stand da...

[mehr]

Allein auf der Welt? Das war einmal!

Gibt es in Europa eine Hauptstadt der Musik? Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johannes Brahms, Gustav Mahler, Arnold Schönberg und Alban Berg sind wichtigste Haltepunkte auf dem Geschichtsfahrplan der Ringstraße. Wer nicht das Glück hatte, in Wien geboren worden zu sein und erwachsen zu werden, musste spätestens als gemachter Mann hierher ziehen, wollte er sich das glänzendste Rüstzeug aneignen, das die...

[mehr]

Die Herausforderung der Wüste

„Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“ (Mt 4,10)

„Wüste“ – ein Begriff, der spontan wahrscheinlich mit Erfahrungen wie Ausweglosigkeit, Verzweiflung, Hunger, Durst, Einsamkeit, Leere in Zusammenhang gebracht wird. Menschen erfahren das, was „Wüste“ bedeutet, vor allem in Zeiten von Lebenskrisen. Andererseits gibt es aber auch die Erfahrung, dass Menschen innere und äußere „Wüsten“ freiwillig aufsuchen. Sie gehen das...

[mehr]

Dreimal Hoffnung auf Heimat

„Der deutsche Dobrudscher denkt, wenn er seine Schritte aufs Feld lenkt: Hier ist mein liebes Dorf, in dem ich zuhause bin und von hier will ich nimmermehr fort.” War es Vorahnung oder Ironie des Schicksals, was Johann Straub zu diesen Zeilen, später im Jahrbuch der Dobrudschadeutschen 1956 veröffentlicht, bewegte? Ihre Geschichte, die 1840 beginnt, ist eine der kürzesten unter den deutschen Siedlergeschichten: Überschaubare 100 Jahre. Denn...

[mehr]

„Quellen zur Geschichte der Deutschen in Ungarn 1944-1953“

Der Band „Quellen zur Geschichte der Deutschen in Ungarn 1944-1953“ in deutscher und ungarischer Sprache ist das Ergebnis eines mehrjährigen Projektes des Forschungsinstituts für ethnische und nationale Minderheiten des Gesellschaftswissenschaftlichen Zentrums der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest und des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen.  Die Projektleiter Ágnes Tóth und Mathias Beer heben...

[mehr]

Windenergiepark von Winden verweht

Vor mehreren Jahren, mitten in der Euphorie über die Nutzung unkonventioneller Energien (und im Geldsegen der Grünen Zertifikate der rumänischen Regierung) und auch des lokalen wirtschaftlichen Aufwinds der Ortschaften unterm Hochplateau des Semenik – Weidenthal, Wolfsberg, Franzdorf, auch Slatina Timiș – wurde bekanntgegeben, dass es ein Projekt zur „baldigen“ Entwicklung eines Windenergieparks auf 1000 Meter Seehöhe gäbe, welches dem Raum des...

[mehr]

Maskenvielfalt und gute Unterhaltung

Ihre langen Haare hat sie zu zwei Zöpfen zusammengeflochten, die Augen verdeckt eine Sonnenbrille und auf dem Kopf trägt Giulia einen blauen Helm. Als Polizistin ist die Neunjährige zum Fasching gekommen – und eigentlich ist sie unter ihren Kolleginnen, die sehr weibliche Kostüme anhaben, eine Ausnahme. Am heutigen Donnerstag, dem 20. Februar, geht es in Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare, der 11.000-Einwohner-Stadt im Kreis Temesch/Timișoara...

[mehr]
Seite 312 von 752