Monica Kovats arbeitet für das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). Sie ist seit Herbst 2013 als Regionalkoordinatorin für die Entsandten aus Rumänien, Ungarn und Serbien verantwortlich. Zudem führt Kovats auch eigene Projekte durch. Vor ihrer Zeit als ifa-Entsandte lebte und arbeitete sie in London. Dort war sie für Tolerance International, Pupil Parent Partnership und The Young Foundation tätig. Davor studierte Monica Kovats in Bergen,...
Auf lokaler Ebene gibt es in fast allen ehemals von Sachsen oder Schwaben bewohnten Dörfern eine Gedenktafel oder ein Mahnmal, die an die Deportation erinnern. Das Gedenken der Verschleppung erfolgt sehr oft mit dem Gedenken an die sächsischen oder schwäbischen Toten im Zweiten Weltkrieg zusammen. Meine Frage wäre, ob der Tod in einer Armee, die einen Vernichtungskrieg führte, dem Tod in den ukrainischen Kohlebergwerken gleichgestellt sein...
Vom 24. - 30. März 2015 waren 13 Teilnehmer des Masterstudienganges „Schutz europäischer Kulturgüter“ (SEK) vom Collegium Polonicum in Slubice/Polen in der Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen. Sie waren in Michelsberg, Honigberg und Birthälm sowie in Städten wie Hermannstadt, Schäßburg und Kronstadt unterwegs. Zu Höhepunkten der Reise zählten auch der Empfang im Deutschen Konsulat Hermannstadt durch Konsulin Judith Urban sowie der Besuch des...
Die Zeit nach 1989 Die Wurzeln des großen Wandels in der Etablierung einer echten Gedächtnispolitik der Verschleppung sind schon in den 80er Jahren sichtbar, der Wandel kommt aber erst nach 1989. Im rumänischen Kontext hat das mit dem Fall des Kommunismus zu tun: 1990 entsteht der Verein der ehemaligen Russlanddeportierten. Dank der Bemühungen dieser Institution und des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien wurden die im Gesetz 118/1990...
„Meine Großmutter war stolz: Ein Junge von der Sonnenseite - noch dazu blond!“ Sie lacht ihr perlendes Lachen - besonders, wenn sie von früher erzählt: Von der Geborgenheit in der Gemeinschaft ihres sächsischen Heimatdorfs. Von ihrem Drang, von Kindesbeinen an immer und überall dabei zu sein, am Dorfleben teilzuhaben. „Caroline, du bist klein, es ist kalt draußen, bleib zuhause!“, mahnte ihr Vater oft. Doch Wind und Schnee konnten das quirlige...
Das Leben ist unser kostbarstes Gut. Darum suchen wir, es mit allen Mitteln zu erhalten und zu verlängern. So entstand der Beruf der Ärzte und die Arzneikunde. Die Erfahrung der Ärzte ist so weit vorangeschritten, dass Organverpflanzungen etwas Alltägliches geworden sind. Auch die Forschungen in der Medikamentenwissenschaft haben gewaltige Fortschritte gemacht. Die Folge ist, dass heute die Menschheit eine längere Lebenserwartung hat, als in...
In Rumänien gibt es inzwischen eine Vielfalt von Fernsehsendern, die man per Kabel, im Internet oder über die Satellitenschüssel verfolgen kann. Fernsehen scheint ein gutes Geschäft zu sein, egal ob es sich um nationale oder lokale Sender handelt. Alle werden bedient: Die Kinder können pausenlos Zeichentrickfilme sehen (viele inzwischen in rumänischer Synchronübersetzung), und dabei werden interessanterweise auch Werbeblöcke mit Kinderthematik...
1950 – 1989 in der BRDWenn man z. B. die Ausgaben aus den 50er und 60er Jahren der „Siebenbürgischen Zeitung“ oder der „Banater Post“ durchliest, ist man erstaunt zu sehen, dass das Interesse für die Deportation im Großen und Ganzen viel kleiner war – zumindest im Vergleich zu heute. Auf Seite eins der Januarausgabe von 1965 der „Siebenbürgischen Zeitung“ finden wir kein Wort über die Deportation. Die Verschleppung war kein Tabu, aber das...
Der 2010 emeritierte Bischof der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien, Christoph Klein, legt mit diesem Band eine beeindruckende Bilanz seines bischöflichen Wirkens von 1990 bis 2010 sowie eine umfassende Bestandsaufnahme der Entwicklung seiner Kirche in jener Zeit vor. Es handelt sich, bedingt durch den massenweisen Exodus der Gemeindeglieder nach 1989, um die tiefgreifendste Umbruchphase in der Geschichte der Kirche und...
Neben diesen Heimkehrer-Reportagen oder Berichten gab es auch literarische Versuche, die Russlanddeportation anzusprechen. Erwähnen möchte ich eine Novelle, die im Jahr 1952 vom „Neuen Weg“ preisgekrönt und dann auch im „Almanach Neuer Weg“ aus dem Jahr 1953 veröffentlicht wurde, nämlich „Der Heimkehrer“ von Michael Pfaff. Zeitschriftenliteratur ist kein klassisches Medium der Politik oder der Erinnerungspolitik, aber im rumänischen Kontext der...