MEINUNG UND BERICHT: Nachrichtenarchiv

Die Trianon-Wunde

„Le grand remplacement“ (etwa: „Das große Ersetzen“, erschienen 2011) betitelte der französische Rechtsextreme Renaud Camus ein Buch, das den Verdacht der rechtsextremen Christen an heutige Zeiten anpasst. Eine der Wurzeln des Judenhasses der Christen ist die Behauptung, die Juden wollten die Christen verdrängen („ersetzen“). Die moderne Variante der „Theorie des Ersetzens” (eine Variante „des jüdischen Komplotts“): Muslime und Nichtchristen...

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Zeitzeugin berichtet von der Deportation in die Sowjetunion

Das Rumänische Kulturinstitut Berlin (RKI) erinnert mit der Ausstellung „Order 7161. Zeitzeugenporträts einer Deportation“ und begleitenden Veranstaltungen an ein in internationalem Rahmen fast vergessenes Kapitel europäischer Nachkriegsgeschichte: An die Deportation von rund 70.000 Rumäniendeutschen ab Januar 1945 zur Wiederaufbauarbeit in die Sowjetunion. Eröffnet wurde die Ausstellung am 14. Januar durch den Direktor des RKI, Claudiu Florian,...

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Führungskraft auch ohne Gewalt

Über Dirigenten wird gesagt, sie wären streng zu sich selbst und im Umgang mit dem Orchester drakonisch. Toscanini, Furtwängler, Karajan und Celibidache sind schuld daran, dass Zuhörende auch heute noch befinden, Angst vor Dirigenten sei gesund. Die gute alte Kapellmeister-Schule unantastbarer Stabführung, sie hat Großartiges ermöglicht, aber auch große Weltensembles gegen ihre Chefs meutern gemacht. Selbst in den Musiktempeln des Westens hat...

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Aufbruch zur inneren Weisheit

Achtzehnhundertirgendwas, an einem entlegenen Gebirgsort an der Grenze zwischen der Türkei und Russland: Inmitten schroffer Felshänge versammeln sich Menschen zu einer seltsamen Veranstaltung - ein Wettbewerb unter den besten Musikern, der nur alle 20 Jahre und nur an dieser Stelle abgehalten wird. Die Aufgabe: Ein perfekter Ton soll die Steine des Berges zum Klingen bringen...  Auf Eseln und zu Fuß strömen Menschen aus allen Richtungen herbei,...

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Știri pentru copii: „Klein, aber informiert“

„Kinder sind etwas Magisches“, sagt Georgeta Petrovici aus Temeswar/Timișoara, Chefredakteurin des rumänischen Online-Nachrichtenportals „Știri pentru copii“ (www.stiripentrucopii.com). Aus dieser Überzeugung heraus wurde im vergangenen Jahr das in Rumänien einzige Informations- und Bildungsportal für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. „Știri pentru copii“ wurde entwickelt, um den jungen Menschen, die ja sowieso bei jedem Schritt über...

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„Eine seltsame Krankheitsform von epidemischem Charakter“

Noch während im Frühjahr 1918, dem letzten Jahr des Ersten Weltkriegs in Europa, in den Schützengräben wöchentlich tausende Soldaten starben, verbreitete sich in den Ausbildungslagern der amerikanischen Armee ein Virus, das in den kommenden zwei Jahren noch weit mehr Menschenleben fordern sollte als die 17 Millionen Soldaten und Zivilisten, die im Krieg starben. Aufgrund der strengen Zensur in den kriegsführenden Staaten erhielt die Pandemie...

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Von der „schenkenden“ Gerechtigkeit Gottes

Matthäus 20, 16: „Die Ersten werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein.“

Selbst in dem Erleuchtetsten unter uns bricht sich der weise Gedanke an dem Spektrum der eigenen Wünsche, Vorstellungen und Ideale. Es fällt immer wieder auf, dass Menschen eher das für gut und korrekt empfinden, was ihnen gerade in „den Kram passt“, als das, was wirklich richtig und gerecht wäre. So hängt man noch am favorisierten Fußballklub, obwohl dessen...

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Ein Jahr, das nicht vergessen werden darf

Emilian Cutean, Gelu Voican Voiculescu und Ion Iliescu stehen dem Dezember 2004 durch das Parlament berufenen Institut der Rumänischen Revolution von Dezember 1989 (Institutul Revoluției Române din decembrie 1989, IRRD, www.irrd.ro) voran. Ein Jahr später zog die Regierung Rumäniens durch den Beschluss Nummer 1724 auf Gründung des Institutes für die Erforschung der Kommunistischen Verbrechen und die Erinnerung an das Rumänische Exil (Institutul...

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Die zwei „Zäune“ eines Bürgermeisters

Der Bürgermeister von Berzasca – die Gemeinde liegt in etwa der Mitte des 120 km langen Donaudurchbruchs beim Eisernen Tor – hat 2019 die Idee eines Interessenverbands der rumänischen Donauanrainerortschaften beim Eisernen Tor lanciert und drängt weiterhin auf deren Realisierung. Er selbst ist auch Tourismusunternehmer – er besitzt eine Pension in Berzasca. Einerseits wird ihm deshalb ein Interessenskonflikt (staatliche Behörde versus privates...

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Triumph der Faktenverdreher

„Als junge Studentin habe ich ein Jahr in London verbracht. Es hat mich geprägt, insbesondere weil ich nicht übermäßig viel Zeit in den Hörsälen und Bibliotheken verbracht habe. Dafür umso mehr in Soho und den Plattenläden von Camden. Ich lernte eine warme, lebendige, farbenfrohe, multikulturelle Londoner Gesellschaft kennen – eine vitale, offene Stadt, wie ich sie zuvor noch nie erlebt hatte. Menschen aller Schichten und Schattierungen, das...

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