„In ganz Europa stehen Gesellschaften vor großen Herausforderungen: zunehmende politische Polarisierung, schrumpfende zivilgesellschaftliche und kulturelle Räume sowie wachsendes Misstrauen in demokratische Prozesse begegnen uns überall“, so die Organisatoren von „Contact Zones in Practice“ in ihrer Ankündigung. Doch sie haben einen Lösungsansatz: Begegnungsräume. Darin sollen Menschen positiv aneinandergeraten und in „gegenseitigem...
Edit Slezák gehört der ungarischen Minderheit in der Slowakei an und war viele Jahre Verlagsleiterin in den Verlagen, die die ungarische Tageszeitung „Új Szó“ und die Wochenbeilage „Vasárnap“ herausgeben. Sie war von Beginn an bei MIDAS dabei, saß seit der Gründung im Vorstand und war von 2013 bis 2025 Präsidentin. Die Fragen stellte Hatto Schmidt.
Wie sind Sie zu MIDAS gekommen?
Da gibt es eine persönliche Schiene und eine von der Seite der...
Als Ernest Hemingway die Männlichkeit und den Mut mittels des Vorhandenseins oder des Fehlens von „cojones“ definierte, machte er die Hoden als Begriff salonfähig. Eine ähnlichen Bedeutung hat in der rumänischen Sprache die Formulierung „a avea sânge în instala]ie“ (wörtlich: Blut in der Anlage haben). Diesen Begriff benutzte der sich inzwischen in Rente befindende Richter Cristi Danileț 2019, um den Auftritt von Staatsanwalt Claudiu Sandu, der...
Wir leben in einer Zeit, in der Wissenschaftlern historische Archive offenstehen. In der sich Forscher immer noch mit Deportationen, dem Holocaust und Genoziden im 20. Jahrhundert auseinandersetzen – obwohl doch schon so viel bekannt ist. Und auch der rumänische Staat hat seine Hausaufgaben gemacht: Seit 2002 sind Organisationen, Symbole und Handlungen mit faschistischem, legionärem, rassistischem oder xenophobem Charakter sowie der Personenkult...
Fast 50 Millionen Bürger der Europäischen Union gehören einer sprachlichen oder nationalen Minderheit an, das sind knapp zehn Prozent. „Sie stehen für 89 Prozent ihrer Vielfalt“, heißt es in einer Anfrage, die der damalige FUEN-Präsident und EU-Parlamentarier Loránt Vincze im Februar als Erstunterzeichner zusammen mit 22 anderen Abgeordneten an die EU-Kommission richtete.
In der Anfrage verwiesen die Abgeordneten darauf, dass in den...
Der breiten Öffentlichkeit bekannt sind die Verbrechen des Nazi-Regimes: die Extermination der jüdischen Bevölkerung und anderer unerwünschter Gruppen in Vernichtungslagern. Vertraut ist man – in Rumänien, und seit Herta Müllers Roman „Atemschaukel“auch darüberhinaus – mit der Verschleppung der Deutschen Minderheit nach Russland oder den nicht ethnisch motivierten Zwangsumsiedlungen in die Bărăgan-Steppe im Kommunismus. Über die Deportation der...
Oft stehen wir an der Haltestelle und warten auf die Straßenbahn. Oft ist es ein langes Warten. Erscheint endlich eine, ist es noch nicht sicher, ob es auch die richtige ist. Es kann ja eine sein, die in eine andere Richtung fährt. Erst wenn sie nahe genug ist, sehen wir, ob es die richtige ist. Ist das nicht der Fall, lassen wir sie vorbeifahren. Wir warten solange, bis das von uns erwartete Vehikel erscheint. An jedem Tag, an dem wir...
Oft stehen wir an der Haltestelle und warten auf die Straßenbahn. Oft ist es ein langes Warten. Erscheint endlich eine, ist es noch nicht sicher, ob es auch die richtige ist. Es kann ja eine sein, die in eine andere Richtung fährt. Erst wenn sie nahe genug ist, sehen wir, ob es die richtige ist. Ist das nicht der Fall, lassen wir sie vorbeifahren. Wir warten solange, bis das von uns erwartete Vehikel erscheint. An jedem Tag, an dem wir...
Er ist Religionslehrer, Organist, Leiter der Burzenbläser, Komponist und ein begnadeter Zeichner, der zum Sachsentreffen in Zeiden/Codlea im dortigen Stadtmuseum zusammen mit seiner malenden Lebensgefährtin eine Ausstellung hatte. „Die Leute fragen mich oft, woher nimmst du die Kraft für so viel Arbeit?“ schmunzelt Klaus-Dieter Untch. „Und ich sage dann, nein, das ist keine Arbeit. Was du aus Leidenschaft tust, machst du auch 14 Stunden am Tag.“...
Früher, da war im kommunistischen Rumänien zwar nicht alles besser, aber einfacher – zumindest in der Einordnung von gut und schlecht, oder eher in der Einordnung von akzeptabel und sehr schlecht. So gesehen waren sich alle einig: der Nationalfeiertag war kein Volksfeiertag, egal worin jenes – eine – Volk auch bestand. Immerhin lag der Nationalfeiertag mitten im Sommer und somit geeignet zum Camping - für viele Hermannstädter Sachsen in der...