„Überall, wo es menschliche Gesellschaften gibt, äußert sich der ununterdrückbare Geist der Darbietung... die Menschen begegnen sich in den flüchtigen Theaterwelten, die wir erschaffen, um unsere menschliche Komplexität, unsere Verschiedenheit, unsere Verletzlichkeit in Fleisch und Blut und Atem und Stimme auszudrücken.“ Mit diesen Worten des südafrikanischen Dramatikers Brett Bailey eröffnete Bogdan Sărătean, der Initiator des Hermannstädter...
Am letzten Freitag des Monats März war der amerikanische Dirigent Cristian Măcelaru mit einem erlesenen sinfonischen Programm im Saal des Rumänischen Rundfunks zu Gast. Gemeinsam mit dem Nationalen Rundfunkorchester interpretierte er zwei Instrumentalwerke von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky und ein Werk für Sopran und Orchester von Richard Strauss, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Male jährt.Der 33-jährige Cristian Măcelaru entstammt...
Das Kronstädter DUO BASTET, ein aus den beiden Darstellern Carmen Elisabeth Puchianu und Robert Gabriel Elekes bestehendes deutschsprachiges Theaterensemble, gastierte am 27. März im Dalles-Saal der Volksuniversität Bukarest mit einem Stück, das sich an Samuel Becketts Drama „Happy Days“ (Glückliche Tage) anlehnt und in der Kronstädter Adaptation den pleonastischen Titel „Tägliche Tage“ trägt. Damit wird einerseits auf die immergleiche...
Kurz zum Inhalt der Operette: In Kokelburg lebt der junge Musiker Peter, dem die lieben Verwandten allerlei Schwierigkeiten bereiten. Man will ihn reich verheiraten und ihn in einen bürgerlichen Beruf hineinzwängen, weil Musik ja eine brotlose Kunst sei. Peter liebt aber Susi, ein armes Mädchen, das im Hause seiner Mutter wohnt. Da kommt die junge Malerin Thea, die als Ferienkind aus Deutschland einen Sommer lang in Kokelburg verbrachte, auf...
Während sein Dokumentarfilm „Die Familie“ auf dem Bukarester-Filmfestival „One World Romania“ vorgeführt wird, sitzt Regisseur Stefan Weinert im Kinofoyer und entschuldigt sich dafür, dass er nur für eine Nacht in der Stadt sein kann, in Deutschland müsse er derzeit seinem „Brotjob“ nachgehen, der Schauspielerei. Unter der Woche feierte Weinerts Film auf dem Festival für Menschenrechte – so der inhaltliche Schwerpunkt – Premiere. Da wäre er gern...
In den beiden Kretzulescu-Sälen des Bukarester Nationalen Kunstmuseums sind derzeit und noch bis zum 25. Mai dieses Jahres insgesamt 86 Radierungen und Lithografien von Otto Dix aus den Jahren 1920 bis 1924 zu besichtigen. Veranstalter der Ausstellung sind neben dem Kunstmuseum selbst das Bukarester Goethe-Institut sowie das Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart. Im ersten der beiden Säle sind Werke des bedeutenden deutschen Malers und...
Der internationale Verein Musica Suprimata e.V. Berlin gibt in einer Pressemitteilung die Veröffentlichung einer Doppel-CD mit Klaviersonaten von Viktor Ullmann und Norbert von Hannenheim bekannt. Die Werke sind von dem jungen Pianisten Moritz Ernst eingespielt, der schon 2011 und 2012 an den siebenbürgischen Konzertreihen „Verfemte Musik“ („Muzica suprimată“) teilgenommen hatte. Thematisch ging es damals um Kompositionen verfolgter, unliebsamer...
Keine zweite siebenbürgische Operette konnte im In- und Ausland solche Erfolge erzielen, wie das Werk des Komponisten Richard Oschanitzky (1901-1971) „Mädel aus dem Kokeltal“. Vielleicht war es sogar die erfolgreichste Operette überhaupt, die jemals im Rumänien der Zwischenkriegszeit entstanden ist. Allein die politischen Verhältnisse Europas im Jahre 1938, als diese Operette in Hermannstadt zum ersten Mal aufgeführt wurde, der Beginn des Zweiten...
„Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung, vieler Menschen Städte gesehn, und Sitte gelernt hat...“. So beginnt die Erzählung über die wahrscheinlich bekannteste Irrfahrt der Menschheitsgeschichte, Homers „Odyssee“. Eine Versetzung des Geschehens ins Hier und Heute konnten die Zuschauer am Mittwochabend im Studiosaal des „Radu Stanca“-Theaters in Hermannstadt/Sibiu erleben....
Eine dunkle, korrupte Welt voller Gangster, Prostituierter und Mörder, eine verkommene Hofgesellschaft, alles überschattet von Machtgier und Fluch, trotzdem ein liebender Vater und eine unschuldige Tochter – in der neuen „Rigoletto“-Inszenierung auf der Bühne der Nationaloper Bukarest kommen all diese Gegensätze theaterwirksam zur Geltung. Die Vorgänger-Regie von Jean Rânzescu war bereits sechs Jahrzehnte lang zu sehen. Einem jungen Team,...