Manche Weihnachtsgeschenke kommen als echte Überraschung daher. Wenn sie auch noch längst verschüttete Erinnerungen wachrufen, ist die Freude doppelt. Im vorliegenden Fall gesellt sich dazu große Dankbarkeit. Ist ein Wunder geschehen? Erich Türk, einer der profiliertesten Organisten unseres Landes, Hochschullehrer, Tonmeister, Fachmann für Orgelfragen, hat beim Label „Transylvantiqs“, das er selbst gegründet hat, eine neue CD herausgebracht....
Das deutsche Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“, als Ausgabe für Rumänien, umhüllt mit einem braunen Einband, erschien 1978 in einer Auflage von etwa 20.000 Exemplaren. Eigentlich sollte es heißen: Ausgabe für die Diözese Temeswar. Doch dies war in der damaligen Zeit des „glorreichen rumänischen Sozialismus“ nicht erlaubt und nicht möglich.
Der Stammteil ist der gleiche wie im Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“, das seit Anfang der 1970er Jahre...
Im Januar 1945 stand der kleine Andreas weinend mit seiner siebenjährigen Schwester Anna vor der deutschen Schule in Überland/Giarmata Vii. Ihre Eltern, Etel (Adelheid) und Peter Jung, wurden im Schulgebäude festgehalten zum Abtransport nach „Russland“. Ein Rumäne kam vorbei und sagte zu den Kindern: „Was ist mit euch, geht doch auch zum Hitler.“ Aber es gab auch hilfsbereite Rumänen. Einer benachrichtigte Johann Jung, den Großonkel der...
Der vormalige, nun emeritierte Soziologieprofessor Dr. Anton Sterbling, Träger des Donauschwäbischen Kulturpreises Baden-Württemberg 2025, Autor zahlreicher literarischer Produktionen, entstammt der Aktionsgruppe Banat… Sein 2025 im Ludwigsburger Pop-Verlag erschienener Band „Ungewissheiten heimwärts fliehender Krähen“ enthält Gedichte aus den Jahren 2020-2024, zusammengefasst unter dem Titel „Ungewissheiten zerbrochener Flügel“ sowie Kurzprosa,...
Auf Anregung des Schriftstellers Hellmut Seiler hat eine Gruppe von Schriftstellern, Literaturwissenschaftlern und Journalisten, bestehend aus Nora Iuga, Werner Kremm, Horst Samson, Olivia Spiridon, Anton Sterbling, Erwin Josef }igla (als Gastgeber) und Joachim Wittstock im Jahr 2019 den „Rolf Bossert“-Gedächtnispreis ins Leben gerufen, um das Andenken an diesen viel zu früh verstorbenen Dichter und sein Werk wachzuhalten. Dem in Reschitza am 16....
Das Goethe-Institut und die zugehörige Bibliothek sind den allermeisten Deutschsprachigen in Bukarest und Rumänien bekannt. Doch dahinter steckt viel Arbeit, wie die Leiterin des Bereichs „Information und Bibliothek“, Francesca Szöke, im ADZ-Gespräch verrät. Darüber hinaus gibt sie Einblicke in den Alltag einer Bibliothek: Wer kommt in eine Bibliothek? Was wird am liebsten ausgewählt? Und woher kommen all die Bücher?
Die moldauische Regierung, in einem Flugzeug, wird von einem transnistrischen/russischen Kampfflugzeug pulverisiert, Panzer fahren durch Chișinău und russische/transnistrische Soldaten marschieren durch die Stadt und nehmen alle fest, die irgendwas mit Rumänien zu tun haben. Diese Horrorvorstellung verarbeitete der Autor Iulian Ciocan aus Chișinău in seinem Roman „Am Morgen kommen die Russen“. Es ist ein erschreckendes und interessantes Werk.
Der Name der Stadt an der Temesch kennt einige Varianten verschiedenen Ursprungs und besteht als Kompositum zumeist aus zwei Substantiven; das erste Nomen bezieht sich auf den Fluss Temesch (ung.: Temes, rum.: Timiș, serb.:Timesh). Beim zweiten Wortteil wird es kompliziert: Temeschwar, wie es im Wiener Büroamtsdeutsch heißt, geht auf das altawarische Nomen „war“ zurück, was im Altawarischen „befestigter Ort“ oder „Platz“ bedeutet. Das...
Wenn man sich den Titel der Ausstellung anschaut, fallen aufmerksamen Lesern bestimmt erst mal die ungewöhnlichen Satzzeichen auf. „Why ‚We Should All Be Feminists’” (Warum ‚Wir alle Feministen sein sollten’) ist sowohl in Anführungsstrichen, weil es ein Titel ist, aber auf der anderen Seite ist der Satz „We Should All Be Feminists“(Wir sollten alle Feministen sein) extra hervorgehoben – denn dies ist ein Zitat der Schriftstellerin Chimamanda...
Sie hatte die Tradition aus ihrer Heimat Siebenbürgens mitgebracht, jenem Landstrich im Südosten Europas, der nach Knoblauch roch wie andere Orte nach Heu oder Sommerregen. Knoblauch wuchs dort in rauen Mengen und wurde nicht sparsam, sondern mit Überzeugung gegessen: roh zum Schmalzbrot, zu gekochten Kartoffeln – in etwas Salz getaucht, beißend scharf, tränentreibend und trotzdem ein Genuss, der zum Alltag gehörte. Gesund? Darüber dachte niemand...