MEINUNG UND BERICHT: Nachrichtenarchiv

Wort zum Sonntag: Wozu ein Tauferinnungs-Gottesdienst?

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2.Timotheus 1,7) Das kleine Mädchen konnte wegen der Coronaeinschränkungen erst getauft werden, als es schon über zwei Jahre alt war. Die Brüder schöpften Quellwasser aus dem Brunnen des Pfarrhofs und gossen es in das Taufbecken. Die Mutter trug das Mädchen zum Taufbecken und der Vater, die Brüder und die Taufpaten  stellten sich dazu. Kleine...

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Wer wollen wir als Nation sein?

Soldaten im Paradeschritt stolzieren in Bukarest an Volk und Ehrentribüne vorbei. Militärtechnik wird unter, neben und über dem Triumphbogen vorgeführt. Fahnen werden geschwungen. Ähnliche Paraden in Karlsburg/Alba Iulia und in Jassy/Iași. Das ganze Land flattert in Rot-Gelb-Blau im Wind. Es werden von patriotischen Floskeln und Parolen triefende Reden geschwungen. Bohnengerichte, Schweinshaxen, Bratwurst und Mici werden als Symbol des...

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Wie ein mutmaßlich deutscher Unternehmer die erste und zeitweise einzige rumänische Plattenfirma gründete

„Electrecord“ ist wahrscheinlich die bedeutendste und älteste Plattenfirma der rumänischen Musikgeschichte. Das Unternehmen existiert auch noch heute, war jedoch lange insolvent. In der kommunistischen Zeit war sie gar die einzige, verstaatlichte Musikfirma des Landes. Gegründet wurde das Unternehmen vom jüdischen Nathan Mischonzniki, der unter anderem deutsche Technik aufkaufte, um die rumänische Musikindustrie zum Laufen zu bringen. Doch wer...

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Wie Denisa Scundea in Rumänien eine neue Marketingkultur prägt

Nach 24 Jahren in Deutschland kehrte Denisa Scundea zurück nach Rumänien – nicht aus Nostalgie, sondern aus dem Wunsch heraus, etwas Eigenes aufzubauen. Heute leitet sie in Arad die Agentur Ertrion Marketing, die Marken nach neurowissenschaft lichen Prinzipien entwickelt und internationale Unternehmen wie Fiat, Jeep oder iRobot betreut. Im Interview spricht sie über die Einflüsse zweier Kulturen, über gehirngerechtes Marketing, über Authentizität...

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Zwischen Verlust, Hoffnung und Kontrolle

Bereits in den frühen Morgenstunden des 22. November herrschte lebhaftes Treiben im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen, Deutschland. Forscher aus Deutschland, Ungarn und Serbien, Zeitzeugen sowie zahlreiche Interessierte waren zusammengekommen, um an der ganztägigen Fachtagung „Religiöses Leben in Nachkriegszeit und Diktatur“ teilzunehmen, die vom St. Gerhards-Werk e.V. Stuttgart ausgerichtet wurde. Die Veranstaltung knüpfte an zwei bereits...

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Randbemerkungen: Wer macht welches G‘schäfterl?

Sooft ich meinen jüdischen Freund, oftmaligen Ratgeber und ehemaligen Büronachbarn in der Erstredaktion des „Neuen Wegs“ in Reschitza mehr oder weniger scherzhaft fragte: „Herr Schnabel, machen wir ein G`schäfterl?!“, antwortete er augenzwinkernd: „Ja, gern, aber wer verdient dabei etwas?!“ Dieser oftmalige Dialog – auch mal in umgekehrter Frage-Antwortfolge –  kam mir in den Sinn, als vom punktereichen Trumpschen „Friedensplan“ Gerüchte...

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Der Minister und sein Schatten

Es gibt politische Skandale, die überraschen, und solche, die ernüchtern. Der Rücktritt des Verteidigungsministers Ionuț Moșteanu gehört zur zweiten Kategorie. Überraschend war wenig: nicht, dass ein Minister in buchhalterischer Kreativität über seinen Bildungsweg gestolpert ist; nicht einmal, dass einer der sensibelsten Posten eines NATO-Staates von jemandem besetzt wurde, dessen akademischer Untergrund bereits bei flüchtiger Betrachtung...

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Zugebissen: Habe ich Diplom, so bin ich

Die Universität. Die Alma Mater. Die mit Wissen nährende Mutter. Die, von deren Brust ihre  Kinder mit einem Diplom im spezialisierten Milchtrinken scheiden. Die conditio sine qua non für den bevorstehenden Erfolg. Unfassbar in der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen. Das Spektrum reicht vom Hort des Wissens und der Forschung bis hin zur Diplomfabrik. Rumänien bildet da keine Ausnahme. Für den ungebildeten bösen Volksmund gilt das gesamte...

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Organuhren, Zombie-Zellen und Gerontom-Bibliothek

Altern beginnt in der Zelle. Lange bevor sich Symptome wie Demenz oder chronische Krankheiten zeigen, läuft im zellulären Metabolismus etwas aus dem Ruder. Etwas, das man, rechtzeitig erkannt, oft umkehren kann. Es gibt eine Vielzahl an Biomarkern, die verraten, welche Organe auf Zellniveau besonders schnell altern. Aus diesen „Organuhren“ lässt sich für jeden Menschen eine individuelle Landkarte des Alterns erstellen. Sie zeigt die...

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Die Weberin von Malmkrog

Wenn Elena nach der Schule heimkam, saß ihre Mutter schon am Webstuhl. Die Tiere waren gefüttert, das Mittagessen gekocht, und nach und nach trudelten die Frauen ein, um kleine Aufträge zu bringen, die der Witwe mit den vier Kindern das Überleben sicherten: Wolle zum Spinnen oder Färben. Oder, um eine Kanne Borsch zu holen, wie das damals üblich war, das Gebräu aus Weizenkleie wurde von den Nachbarinnen reihum für alle angesetzt. Oder auch, um...

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