KULTUR: Nachrichtenarchiv

„Ţara moartă”: ein Arzt, ein Fotograf, ein totes Land

Ein jüdischer Arzt in Bukarest, der vor und während des Zweiten Weltkriegs ein Tagebuch führt, ein rumänischer Fotograf, der in Slobozia, einem Marktflecken im Bărăgan, in derselben Zeitspanne ein Fotostudio betreibt, ein rumänischer Filmregisseur und Drehbuchautor, der die Geschichte seines Landes entdeckt und verfilmt: Emil Dorian (1893 – 1956), Costică Axinte (1897 – 1984) und der 1977 geborene Regisseur und Drehbuchautor Radu Jude selbst, sie...

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Brillanter Festspielbeginn

„Von allen meinen Werken ist mir dieses das liebste“, soll George Enescu über seine Oper „Oedipe“ gesagt haben. Der Musikkritiker und Herausgeber der Erinnerungen Enescus, Bernard Gavoty, zitiert den Komponisten mit den Worten: „Mein eigenes Drama ist in diesen beiden Silben enthalten“. Mit einer exzellenten Aufführung des Meisterwerks in konzertanter Fassung hat am 2. September das Internationale Festival „George Enescu“ die Eröffnung seiner 23....

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Fluggerät im Museum ausprobieren

Schon immer träumte der Mensch davon, wie ein Vogel in der Luft zu gleiten. Dafür hat er die verschiedensten Methoden angewendet – von Flügeln über den Ornithopter, den Heißluftballon, den Gyrokopter oder den Zeppelin und bis hin zum Flugzeug und der Rakete. Die Geschichte des Flugs ist bis einschließlich 8. September im Kronstädter Museum „Casa Mureşenilor“ zu besichtigen und richtet sich insbesondere an Kinder zwischen 6 und 14 Jahren und deren...

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Betörende Bilder siebenbürgischer Vergänglichkeit

Keine Frage: Es gibt mittlerweile viele Bildbände und Bücher über Siebenbürgen, die Kirchenburgen und die Siebenbürger Sachsen vor und nach dem großen Exodus der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Manches ist Dutzendware, manches Durchschnitt mit Postkartenidyll. Was der 1935 in Ploieşti geborene und aus einer siebenbürgisch-sächsischen Familie stammende Bildhauer Peter Jacobi jedoch jüngst auf 424 Seiten und in Hochglanzdruck im...

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Ein musikalisches Fest von Weltrang

Klassik-Begeisterte haben einen Grund zur Freude: Morgen beginnt die 23. Auflage des Internationalen Festivals „George Enescu”. Vom 2. bis 24. September werden – hauptsächlich in Bukarest – rund 3000 Künstler im Rahmen von 80 Konzerten auftreten. Die Festspiele werden in diesem Jahr erstmals von den Dirigenten Zubin Mehta als Ehrenpräsident und Wladimir Jurowski als künstlerischer Direktor geleitet. Zu den geladenen Ensembles zählen das Orchester...

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Verankerung des sächsischen Kulturerbes in der rumänischen Gesellschaft hat erst begonnen

Um acht Uhr in der Früh treffe ich Ruth István vor dem Bischofspalais am Großen Ring in Hermannstadt. István ist Referentin für Fachtourismus der Stiftung Kirchenburgen und zusammen wollen wir uns verschiedene Kirchenburgen anschauen, die gut erhaltenen, aber auch jene, denen ein ähnliches Schicksal droht wie den Kirchtürmen in Rothbach/Rotbav und Radeln/Roadeş. In Trappold/Apold, dem Ziel unser Fahrt, wohnt Sebastian Bethge. Er ist der...

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„Ich habe es mir bewiesen, dass es geht“

Vier Jahre mit neun Premieren, noch mehreren Leseperformances, Gastspielen in Schulen und Kindergärten, Teilnahmen an Festivals und Theaterwerkstätten für Kinder: So lässt sich die Aktivität des deutschsprachigen Theaterlaboratoriums Bukarest (TLB) zusammenfassen, dessen Intendantin Ramona Olasz ist. Das TLB zieht nun weiter – nach Berlin. ADZ-Redakteurin Aida  Ivan führte ein Gespräch mit Ramona Olasz über die Erfahrungen und die...

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Die Altäre in der Schäßburger Bergkirche

In seinem Epilog kritisiert der Pfarrer i. R. Dr. Rolf Binder die landläufige Meinung, dass die bildreiche Ausstattung der Kirchen für die „Armen“ – gemeint sind wohl die Ungebildeten, des Lesens Unkundigen – gedacht gewesen wären. Aber: „Ohne Bibelkenntnis weiß kein Mensch, was er sieht, wenn er die Bilder zur Leidensgeschichte betrachtet.“ Dies gilt sicher auch für die Darstellung der Legenden, die sich um die verschiedenen Heiligen drehen. Dem...

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Hochkarätige Musiker zu „musica suprimata“

Erstmals 2011 hat der Verein „musica suprimata“ Konzerte mit den Werken ehemals als verfemt geltender Musiker in Kooperation mit den Philharmonien Hermannstadt/Sibiu und Kronstadt/Braşov veranstalten können. Die nächste Stufe war 2015 ein Kolloquium in Partnerschaft mit der Musikakademie „Gheorghe Dima“ in Klausenburg/Cluj, das dem Hermannstädter Schönberg-Schüler Norbert von Hannenheim gewidmet war. Die Wünsche, die an das Kolloquium gerichtet...

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Ein Strom und mehrere Reiche

Es gibt einen fast vergessenen rumänischen Schriftsteller vom Anfang des 20. Jahrhunderts, Panait Istrati, der zunächst viel und später nichts vom sowjetischen Kommunismus gehalten und dies auch zugegeben hat. 1884 in Brăila geboren, 1935 in Bukarest gestorben, zählt Istrati zu jenen, die schnell begriffen haben, was die Kommunisten in Sowjetrussland bezweckten und davor gewarnt hatten. Dafür ist er nach 1989 gelobt worden, vor 1989 allerdings...

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