Fünfundfünfzig Jahre ist es nun her, dass im Bukares-ter Dalles-Saal eine Ausstellung mit Werken des englischen Bildhauers und Zeichners Henry Moore zu sehen war, die dann als Wanderausstellung auch in der Tschechoslowakei (Bratislava, Prag) sowie in Ungarn (Budapest) gezeigt wurde. In den beiden Kretzulescu-Sälen des Kunstmuseums kann derzeit und noch bis zum 6. Februar nächsten Jahres eine umfassende Dokumentation dieser Moore-Ausstellung von...
Wie eine trutzige Burg thront das Kloster Hagigadar auf dem Hügel Bulai inmitten der sanft gewellten Landschaft Suceavas. Man sagt, der Hügel sei auf einer Seite etwas abgeschliffen, von den zahllosen Pilgern, die diese Stätte seit Jahrhunderten auf den Knien rutschend erklimmen, wie ein alter armenischer Brauch gebietet. Oben angekommen wird auch die Kirche auf allen Vieren umrundet. Erst dann darf man im Stillen eine Bitte zum Himmel senden –...
Rumänien in den 1990er Jahren. Jeden Samstagnachmittag war es still auf den Straßen und den Parkplätzen der Wohnblockviertel. Denn alle Kinder und Jugendliche saßen brav auf der Couch vor dem TV-Gerät und schauten „Beverly Hills, 90210“. Die Teenager in der Serie hatten alles, wovon man träumte: sie fuhren im Cabrio zur Schule, verbrachten die Nachmittage am Strand, wohnten in einem Haus mit Pool und trugen die coolsten Kleider. Jedes Mädchen...
Spielen macht das Lernen sehr attraktiv, vor allem wenn es online geschieht. Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Sprachkenntnisse, stärken die interkulturelle Kompetenz und machen Landeskunde lebendig durch das Lernspiel „Schatten der Krone“. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Bukarest, „Schulen: Partner für die Zukunft“ (PASCH) und Retina Film Production. Die Initiative PASCH vereint über zweitausend Schulen mit...
Darf man vorstellen? Hier kommt das neueste Buch von Heinrich Heini (die namentliche Ähnlichkeit mit einem berühmten Dichter ist natürlich rein zufällig), welches er „Das kleine ABS der Scherzdichtung“ genannt hat, wobei A für Anekdoten, B für Bonmots und S für Satiren steht. Wie der Titel verspricht, enthält es lustige Sprüche, witzige Gedanken und natürlich – wie es sich für eine richtige Satire gehört – Spottgedichte über die Mächtigen und...
Die Tagung des Hermannstädter Lehrstuhls für Germanistik an der Lucian-Blaga-Universität in Hermannstadt/Sibiu, die am ersten Freitag im laufenden Monat November nunmehr zum zweiten Mal als Online-Videokonferenz stattfand, versammelte auch in diesem Jahr wieder mit bewundernswerter kontinuierlicher Regelmäßigkeit und in bewährter Manier nationale und internationale Fachkolleginnen und -kollegen zu Vorträgen und zum intensiven Gedankenaustausch an...
2020 erschien ungeachtet der außergewöhnlichen Umstände im pandemischen Kontext im Verlag Haus der Heimat in Nürnberg die dritte Auflage des Liederbuches „E Liedchen hälft ängden. Alte und neue Lieder aus Siebenbürgen“ und krönte damit die aufwendige, verantwortungsvolle Arbeit einer Gruppe von mit Heimat- und Nächstenliebe erfüllter Freunde des fröhlichen Gesangs. Obwohl der Plan zur Veröffentlichung eines siebenbürgischen Liederbuches von...
„Das Unterwegssein auf staubigen Straßen definiert uns als das, was wir sind.“ Dieser Satz von Jean-Paul Sartre ist nicht nur das Motto der jüngst im Geest-Verlag (Vechta) veröffentlichten Reiseerzählung „Äthiopisches Album“ von Axel Barner, sondern könnte geradezu auch als Wahlspruch über dem gesamten bisher erschienenen literarischen Oeuvre des Berliner Schriftstellers, Literaturwissenschaftlers und Deutschlehrers stehen. In seinen...
Am 25. Oktober wurde neben dem Tag der rumänischen Armee ein Jahrhundert seit der Geburt des letzten rumänischen Königs, Michael I. von Hohenzollern, gefeiert. Sein Schicksal ist eng mit dem Rumäniens verbunden und seine dem Kommunismus zum Opfer gefallenen Untertanen litten genauso viel unter dem totalitären Regime wie ihr untröstlicher König im Exil an Sehnsucht nach Heimat und Volk und an einem gebrochenen Herzen. Zur Ehrung seiner zu kurzen,...
Im vorgestellten Buch werden Trauma und sexualisierte Gewalt thematisiert. Beate Teresa Hanikas Debütroman „Rotkäppchen muss weinen“ ist ganz schön erdrückend und anders für einen traurigen Oktober. Man mag eher aus dem Fenster gucken, Regentropfen prasseln leise gegen die Scheibe, und sich an eine Tasse Tee klammern, wenn man Malvina folgt, wie sie auf wackligen Beinen jeden Tag durch den tiefsten Wald zu ihrem Opa zurückkehrt, wo die Menschen...