Dort wo Regenschirme von der Decke hängen, eine Ritterrüstung stattlich neben einem alten Scheinwerfer steht und Bilder von Toma Caragiu und Amza Pelea die Wände schmücken, dort in einer alten 1930er-Villa, in einem Viertel der vormals Reichen, und später der vormals Parteitreuen, wird manchmal zweimal, manchmal viermal im Monat Theater auf den Kopf gestellt. Was sich da hinter verschlossenen Türen abspielt, das können nur die wenigsten in Worten...
Rauschmittel sind hoffnungslos facettenreich – das zeigt sich auch in Andrei Oişteanus Buch „Narcotice în cultura română. Istorie, religie şi literatură“, das von Julia Richter ins Deutsche übertragen wurde und im Berliner Frank & Timme Verlag unter dem Titel „Rauschgift in der rumänischen Kultur. Geschichte, Religion und Literatur“ erschienen ist. Oişteanus Werk ist mehr als eine ausführliche Studie im Bereich der Kulturanthropologie und...
Königin Elisabeth von Rumänien, im Jahre 1843 als Prinzessin zu Wied geboren, seit 1869 mit dem späteren König Karl I. von Rumänien verheiratet und 1916 in Bukarest gestorben, ist auch als ‚dichtende Königin’ unter ihrem sprechenden Künstlernamen Carmen Sylva (Waldgesang) bekannt. Nicht nur als Herrschergattin, nicht nur als Gönnerin der Künste, sondern auch durch ihre eigene Arbeit als Schriftstellerin und Übersetzerin hat sie sich um die...
Es sind zutiefst europäische Texte. Was er an ihnen so schön findet ist, dass sie von ganz einfachen, manchmal sehr intimen privaten Situationen ausgehen und ohne moralisierend zu werden oder mit dem Holzhammer drauf zu hauen ins Hochpolitische und Gesellschaftskritische gelangen. So beschrieb der österreichische Regisseur Reinhold Tritscher die Stücke des katalanischen Dramatikers Esteve Soler. Im vergangenen Jahr hatte Tritscher beim...
Faust ist erschöpft. (Lebens-)müde. Kein Wunder – er ist nun über 200 Jahre alt. Nichtsdestotrotz ist er lebendig und aktuell, wie wahrscheinlich nie zuvor. Dies bewies die Vorstellung „Faust Exhausted“, die am Dienstag, dem 11. Februar, dem Hermannstädter Publikum im Studiosaal des Radu-Stanca-Theaters vorgestellt wurde. Faust ist überall, an jeder Ecke lauernd, in jedem Gehirn eingebettet – und doch ist er nirgends.Das internationale,...
Vor hundert Jahren, am 12. Februar 1914, wurde die Historikerin Maja Depner, verheiratete Philippi, in Kronstadt/Braşov geboren. In der Zeit ihres Berufslebens unterrichtete sie Geschichte an Kronstädter Schulen, sie widmete sich Archivstudien und der landeskundlichen Erwachsenenbildung. Die stets auf Selbstdisziplin bedachte Lehrerin, die um aufrechte Haltung bemühte Respektsperson prägte das Porträt, für mich und wohl für die meisten Leute...
Dinge haben Anfang und Ende. Nicht so bei Eugène! „Wenn die Leute anfangen, über sich zu reden, tun sie es alle auf die gleiche Weise“, beobachtet er und reduziert seine Biografie auf zwanzig Dinge. Zwanzig prägende Stationen eines schüchternen, stotternden Jungen auf dem kurvenreichen Weg zum erfolgreichen Schriftsteller, Schauspieler und Bühnenautor. Zwanzig Dinge, die er in gut und schlecht unterteilt: Berge und Täler auf der Karte seiner...
Es war Roger Ebert, Amerikas Marcel Reich-Ranicki des Films, der einmal gesagt hat: „Allen Filmkritikern stellt man mindestens einmal in ihrer Karriere zwei Fragen, um die keiner herumkommen mag: ‚Wie viele Filme schaut man sich als Kritiker in der Woche an?’ und ‚Welches ist der beste Film aller Zeiten?’. Wenn man sich nach dem britischen Filmmagazin „Sight & Sound“ und dessen alle zehn Jahre zusammengestellter Top-10-Liste richtet, dann ist es...
Noch bis zum 27. April dieses Jahres ist im Bukarester Nationalen Kunstmuseum eine umfangreiche Ausstellung zu sehen, die sich der Kunst und Kultur des Biedermeier in den rumänischen Fürstentümern während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts widmet. Die exakte historische Zeitspanne reicht dabei vom Wiener Kongress (1815) bis zur Vereinigung der Moldau und der Walachei unter Alexandru Ioan Cuza (1859).Über 200 Exponate aus eigenen Beständen des...
Während die gesamte cineastische Welt den bald ins Haus stehenden Oscar-Preisverleihungen entgegenfiebert, wo filmische Mainstreamproduktionen mit explizit amerikanischer Thematik wie „12 Years a Slave“ oder „American Hustle“ den Löwenanteil der Academy Awards einheimsen dürften, worauf die kürzlich vergebenen Auszeichnungen der Screen Actors Guild (SAG) bzw. der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) jetzt schon hindeuten, ist nun wieder ein...