Milena Michiko Flašars Roman „Ich nannte ihn Krawatte“, der 2012 erstmals auf Deutsch im Verlag Klaus Wagenbach Wien erschienen ist, gehört zu den Werken, die mit leisen Tönen eine tiefe Wirkung entfalten. Nun hat die angesehene Übersetzerin Prof. Dr. em. Mariana-Virginia Lăzărescu den Roman ins Rumänische übertragen und 2024 im Verlag Leb˛da Neagr˛ veröffentlicht. In klarer, poetischer Sprache erzählt der Roman eine universelle Geschichte über...
Bereits seit den 1960er Jahren zählen Ana Blandianas Gedichte zu den auffälligsten, gedankenreichsten und wirkungsvollsten in der zeitgenössischen rumänischen Literatur. Auch als namhafte Intellektuelle ist sie keine Unbekannte. Daher stellen sich eingehende Fragen nach ihrer geistig-moralischen Haltung, ihrem intellektuellen Standort und ihrem Einfluss auf die rumänische Öffentlichkeit im Laufe ihrer langjährigen Tätigkeit, die unter...
Bei den meisten Klöstern oder Stiften bestand ein meist kleiner Vorgängerbau, der in späteren Jahrhunderten erweitert oder sukzessive ausgebaut wurde. Dass ein ganzes gotisches Kloster nicht verschwunden ist, sondern zugeschüttet, durch den eigenen Schutt konserviert und ein barockes neu draufgebaut wurde, ist schon etwas ungewöhnlich. So passiert in Altenburg im Waldviertel.
Vor tausend Jahren… Um das Jahr 1000 kolonialisierte das bairische...
Unter den Banater Musikern, wahrscheinlich der vielseitigste in seinem Wirken als Pädagoge, Instrumentalist, Sänger, Dirigent und Musikwissenschaftler, hauptsächlich verbunden mit der Orgel und der Kirchenmusik, aber auch mit der Instandhaltung seines Instruments, als Orgelsachverständiger und Orgelbauer, ist Walter Kindl eine wohltuende Ausnahme in der Musikszene der Region.
Er wurde am 24. November 1943 in Lowrin, unweit von Temeswar, geboren,...
Den Gegnern des Schriftstellers Adam Müller-Guttenbrunn (Anm. Red.: siehe Kasten) ist in Erinnerung zu rufen, dass dem Kampf und Wirken desselben und weiterer bedeutender Persönlichkeiten jener Zeit wie Edmund Steinacker, Jakob Bleyer u.a., die sich bei den Schwaben – und nicht nur bei diesen – für den Gebrauch der deutschen Muttersprache vehement eingesetzt hatten, die gebührenden Verdienste zur angerechnet werden müssen, denn ohne ihren...
Es gibt zu diesem Zeitpunkt nur einen einzigen Nicht-Theologen, der eine Pfarrerin der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien zur Frau hat. Der bin ich. Ich gehöre also zu einer sehr kleinen Minderheit. Ich lernte meine Frau kennen, als sie Vikarin war, und bin bis heute stolz, wenn sie Gottesdienste hält. Unsere Rollenverteilung hat sich im Laufe der Zeit angepasst: Anfangs übernahm sie den Großteil der Elternzeit, später tauschten wir. Aktuell...
Auch wenn sie nicht ordiniert wurde, gehört Ortrun Rhein zu den ersten Frauen, die nach einer jahrzehntelangen Unterbrechung am Theologischen Institut von Hermannstadt/Sibiu in Siebenbürgen studieren konnten. In ihrer Wahrnehmung gab es in der Studienzeit nicht häufige Zurücksetzungen für weibliche Studierende. Es ging vielmehr um die kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Strukturen und Denkweisen, die vom repressiven kommunistischen...
Die Beiträge über die Theologinnen Renate Klein und Ortrun Rhein wurden zum Anlass des 30. Ordinationsjubiläum von Frauen in der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien verfasst, das in diesem Jahr begangen wurde, und sind auch auf evang.ro erschienen. Sie gehörten zu den ersten Frauen, die nach jahrzehntelangem Verbot zum Theologiestudium zugelassen wurden, wurden aber nie ordiniert. Renate, du hast noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs...
Am 1. Februar 2024 feierte das Freie Deutsche Hochstift (FDH) in Frankfurt am Main den 150. Geburtstag des österreichischen Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal (1874-1929). Die zahlreichen Fachleute, Editoren und Redakteure, die hier an der 2022 abgeschlossenen 40-bändigen kritischen Ausgabe arbeiteten, die Tatsache, dass in Frankfurt am Main ein Großteil des Hofmannsthal-Nachlasses verwahrt wird, waren ausschlaggebende Gründe dafür. Am...
Jessica ist jung, schön, relativ begütert, liebt prachtvolle Kleider und lebt in Venedig – wer wünscht sich das nicht? Naja, im Venedig des 16. Jahrhunderts… William Shakespeare hat schon über sie geschrieben – über sie und ihren Vater, den jüdischen Geldverleiher Shylock, in „Der Kaufmann von Venedig“. Jessica ist also noch dazu berühmt! Und ziemlich verwöhnt, was wohl daran liegt, dass sie ohne Mutter aufgewachsen ist, denn Shylocks Frau Lea...