Meine lieben Söhne, beide über zwanzig, treten sich gegenseitig auf die Füße. Bei diesem intelligenten Spiel wurde dem Ältesten der Absatz seines eleganten schwarzen Schuhs abgerissen. Das muss der Vater natürlich wieder in Ordnung bringen, und die beste Gelegenheit dazu bietet eine Reise in die Heimat, ins Billiglohnland Rumänien. Im Zentrum von Bukarest gibt es aber weit und breit keine Schuster mehr. Beim Übergang zur Marktwirtschaft wurden...
Ein Roman als Brechung oder Ergänzung althergebrachter Narrative der Banater Schwaben? Was Katharina Eismann auf knapp 160 Buchseiten mitteilt, ist sicher die Erweiterung eines Geschichtsbildes, das Donauschwaben aus Büchern eines Adam Müller-Guttenbrunn seit über einem Jahrhundert ziehen. Dieses Narrativ wird von Donauschwaben geteilt und folgt etwa dem alten Dreiklang „den ersten der Tod, den zweiten die Not, den dritten das Brot“ oder...
Das Goethe-Institut Bukarest widmet sich zum 50. Todestag von Max Ernst in verschiedenen Formaten dem surrealistischen Künstler. Den Auftakt bildete die Ausstellung „Vögel und andere Totemtiere“, die am vergangenen Freitag bei einer Vernissage eröffnet wurde. Organisiert wurde sie vom Goethe-Institut gemeinsam mit dem Fachbereich Grafik von UNArte (Universitatea Națională de Arte București/Nationale Kunstuniversität von Bukarest). Die...
Vergangene Woche wurde im Bukarester Schillerhaus das Buch „Bukowina – Eine europäische Vielvölkerregion“ von Dr. Mariana Hausleitner vorgestellt. Laut Thomas Șindilariu, Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen (DRI) brilliere das Buch vor allem dadurch, dass „es sichere Informationen in einer verdaulichen Form vereint“. Dies stellte Hausleitner bei der Veranstaltung gleich unter Beweis, in dem sie spannend und...
„Es irrt, wer immer strebend sich bemüht, das Alltägliche zu verkennen, denn gerade dies, das Unauffällige, scheinbar Gesichtslose, tausend und abertausendmal Erblickte ist ganz und gar außergewöhnlich.“ (Kunert, Günter: „Lübecker Straße 13“. In: Neue Literatur 9/1971, S. 81–83)
Wie wir es aus den bisherigen Erzählwerken der rumäniendeutschen Schriftstellerin Carmen Elisabeth Puchianu kennen, setzen ihre Texte mit scheinbar gewöhnlichen...
Ein weißes Auto hinterlässt eine Staubwolke hinter sich auf einem einsamen Feld. Eine Gruppe Jugendlicher schaut misstrauisch hinterher und filmt die angespannte Szene. Was war passiert? Während die Mitglieder des Filmclubs „Goethe Film Society“ einen der Drehorte in Mogo{oaia nutzen wollten, näherten sich Unbekannte und zeigten Interesse an den abseits liegenden Taschen der Gruppe. Sie dachten wohl, dass es vergessene oder weggeworfene Sachen...